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Niemand kennt „Burn Out“ auf Hecla Island

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Hecla Island – für die Einwohner dieser kleinen Insel auf dem Lake Winnipeg in der kanadischen Provinz Manitoba ist „Burn Out“ ein Fremdwort. Warum? Auf der Insel gibt’s, wenn überhaupt, nur schlechten oder gar keinen Handyempfang. Die Welt um einen herum ist so unendlich schön und ruhig. Schuld an eventuell aufflackerndem Stress haben die „Moose“. Das sind große Elche, die gelegentlich die Straßen kreuzen oder die vielen kleinen Mücken, die die Ruhe stören.

Wer Ruhe sucht, fährt nach Hecla Island

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Was man so macht auf Hecla Island. Sitzen und die Ruhe geniessen. (Fotos: Jörg Baldin | Titelbild: Adobe Stock / Jim)

Wer überhaupt nichts im Urlaub erleben will, fährt nach Hecla Island. Und das meine ich im positiven Sinn. Ich habe selten Orte auf der Welt erlebt, an denen die Uhr stehen geblieben scheint und die Ruhe der Natur die Gewalt über den Menschen übernommen hat. Vielleicht auch ein Grund, warum die Insel für viele Einwohner aus Manitoba ein beliebtes Urlaubsgebiet ist. Hier fährt man hin, um sich zu erholen, um Ruhe zu haben, um zu angeln, Golf zu spielen, zu wandern oder gar nichts zu machen. Die Insel hat einen kleinen Hafen, in dem einige Besucher ihre Boote zu Wasser lassen können und in dem einige Fischerboote zu finden sind.

Wunderschöne Natur auf Hecla Island

 

Dort hatte ich auch Ivan Grimolfson getroffen. Der riesige Isländer war zu unserem Treffen 70 Jahre alt und ist inzwischen verstorben. Er war Fischer in zigfacher Generation. Ivan fischte mit drei Netzen im Lake Winnipeg. Liebster Fisch für alle dort ist der Pickerel, eine leckere Zanderart, die es in der Region in jedem Restaurant in den verschiedensten Variationen zu essen gibt und für den die Fischer am meisten Geld bekommen. Ein Kilogramm Fisch kostet 7 Dollar und Iwan durfte rund 3,7 Tonnen Fisch pro Jahr aus dem Wasser ziehen. Da heißt es noch heute für die Fischer auf dem Lake Winnipeg, morgens früh aufstehen und im Boot raus zu den Netzen. Egal bei welchem Wetter.

Ich hatte Glück, denn es war kein Wind und die Sonne schien. Doch der Schein trügt. Ivan erzählte, dass es auf dem See manchmal bis zu zweieinhalb Meter hohe Wellen gibt. Unvorstellbar da auf diesen kleinen Booten die Balance zu behalten und nicht in das kalte Wasser zu fallen. Das Fischerdasein ist eben kein Ponyhof und so war Ivan auch gezeichnet von seinem Leben auf dem Wasser. Was mir gleich auffiel: Der 70jährige Fischer hatte unglaublich große Hände.

Ivan Grimolfson war Fischer in dritter Generation

Zurück an Land geht’s wieder in Richtung Winnipeg mit einem Zwischenstopp in der Nähe von Riverton. Ich war zu Besuch bei der Familie Friesen, die im Nirgendwo zwischen Hecla Island und Winnipeg eine Bäckerei namens Integrity Foods eröffnet hatte. Dora und Cornelius Friesen betreiben eine kleine Farm mit Bäckerei und einem Holzbackofen, der einfach vor das Haus gebaut wurde. Erfahrungen als Bäcker hatten sie nicht, als sie vor ein paar Jahren die Idee mit der Bäckerei hatten. Schnell Mehl, Milch, Ei, Hefe und Butter in die Schüssel geschmissen, und fertig war das Brot und die Bäckerei.

Die Geräte sind alle schon älter, aber alles was Dora da so auftischt, schmeckt fantastisch. Ich habe mich selbst in die viel zu kleine rote Schürze geworfen und Pizza mit Dinkelteig gebacken. Dora hat viele Ideen zum Belag und hat Kreationen wie zum Beispiel Pizza mit Wurst und Sauerkraut entworfen. Klingt ekelig, schmeckt aber richtig gut. Gruppen haben die Möglichkeit in geselliger Runde auch solche Pizzen zu backen, die dann in dem Ofen vor der Haustür gebacken und gleich verzehrt werden können. Dazu gibt’s Limo oder Wasser aus dem Brunnen. Zweimal in der Woche fährt Cornelius in die 120 km entfernte Hauptstadt und beliefert sechs Bäckereien mit Brot, Brötchen und Keksen. Ob das zum Leben in Manitoba reicht? Keine Ahnung!

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Dora und Cornelia Friesen betreiben Farm mit Bäckerei


Hinweis in eigener Sache: Dieser Artikel wurde teilweise von Reiseveranstaltern, Restaurants, Hotels, Fluggesellschaften und/oder Tourismusagenturen unterstützt. Wir legen größten Wert auf unabhängige und neutrale Berichterstattung; daher entsprechen die Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen der jeweiligen Autoren ihren persönlichen Ansichten.

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Jörg Baldin
Jörg Baldinhttps://www.travelmagz.de
Jörg Baldin, Chefredakteur und Gründer vom Reisemagazin TRAVELMAGZ (powered by Breitengrad53), hat 2011 seine wahre Berufung gefunden: Urlaub machen und darüber schreiben! Seitdem hängt er ständig am Flughafen ab, packt seinen Koffer in Rekordzeit und erkundet die Welt. Ob am Strand, im Wald oder auf dem Berg - Jörg fühlt sich überall zu Hause. Kein Wunder, dass er immer eine Extra-Portion Sonnencreme dabei hat, um die schönsten Sonnenuntergänge am Strand zu genießen. Wenn es nach ihm geht, könnte die Welt ruhig noch ein paar mehr Strände vertragen - denn für Jörg gibt es nichts Besseres, als den Sand zwischen den Zehen zu spüren und den Wind um die Nase wehen zu lassen.