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Makadi Bay: Nicht immer wie aus 1000 und einer Nacht

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Urlaub wie aus 1001 Nacht: Sonnenschein, exotisches Essen, Tauchen und Schnorcheln im Roten Meer oder erstklassige Hotels mit perfektem Service – ein Urlaub in Ägypten verspricht Erholung, Kultur, Abenteuer und Exotik. Allerdings sieht die Realität in einigen Regionen häufig anders aus: Wer einen sonnigen Urlaub sucht und dafür in Kauf nimmt, das Hotelgelände nicht zu verlassen, ist zumindest in der Makadi Bay am Roten Meer genau richtig: Kultur, schöne Landschaften oder Exotik? Fehlanzeige!

Handel als Volkssport, auch in der Apotheke

Der Reiseleiter der Reisegruppe bereitet die gerade angekommenen Gäste auf die nächsten Urlaubstage in Makadi Bay, einer Bucht am Roten Meer, etwa 30 Kilometer von Hurghada entfernt, vor. „Es gibt hier drei Arten von Religionen“, sagt Ahmed schmunzelnd. „Muslime, Christen und Verkäufer.“ Hier sei Handel Volkssport und niemand zahlt den Preis, den ein Verkäufer in Ägypten zuerst nennt. „Eher ein Viertel des Preises ist gerechtfertigt.“ Selbst in der Apotheke sind die Preise verhandelbar, was bei vielen Gästen aus Deutschland ein ungläubiges Kopfschütteln hervorruft. Das gelte auch für das Durchfallmittel „Antinal“, das hier in Ägypten fast jeder Urlauber irgendwann brauche. „Bakterien!“, sagt Ahmed, „Wir haben hier andere Bakterien als in Europa.

Makadi Bay

Das Gemüse und Obst in der Küche wird nicht immer mit Trinkwasser gewaschen, so dass der Durchfall irgendwann sicher kommt.“ Und da hilft eben dieses Mittel, das in der Apotheke in Makadi Bay rund 25€ kostet, in Hurghada selbst allerdings nur 5€. Auch den Grund kennt der Reiseleiter nur zu gut: „Die Ladenbesitzer hier im Resort zahlen rund 5.000€ Miete für die kleinen Parzellen pro Monat.“ In der Stadt seien die Läden deutlich günstiger. Und wie gesagt: Hier wird um alles gehandelt.

Shuttlebus oder Taxi – Makadi Bay liegt ausserhalb

Apropos Stadt, Hurghada ist laut Ahmed auf jeden Fall eine Reise wert und auch da gibt es zwei Möglichkeiten für die Gäste. Entweder man fährt mit dem Shuttlebus vom Hotel für 6€ pro Person oder mit dem Taxi. „Das kostet vom Hotel zur Stadt knapp 20€ und von der Stadt zum Hotel knapp 10€.“ Vorausgesetzt, man handelt gut mit dem Taxifahrer. Der größte Teil der Reisegruppe entscheidet sich für den Shuttlebus, der um 15:10 Uhr am Hotel wartet. Die Fahrt dauert etwa 30 Minuten und ist eher abschreckend. Außer ein paar Sicherheitskontrollen sieht man viel Sand und jede Menge Dreck am Wegesrand. Hier ein paar leere Häuser, Zäune und vereinzelt der Versuch, für Touristen etwas aufzubauen. So wirkt die „Delphin World“ im Nirgendwo am Straßenrand nach Hurghada ebenso absurd wie die „Aqua World“, zu der die Touristen aus den Hotels der Makadi Bay in der Regel kostenlos gefahren werden. Der Eintritt ist in den All-Inclusive-Angeboten der Hotels meistens inbegriffen.

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Typisches Bild in Hurhgada

Ein verlassenes Einkaufszentrum als wenig ansprechendes Highlight

Nach rund 35 Minuten Fahrtzeit erscheint die Silhouette von Hurghada. Dort angekommen, fühlen sich die Touristen, als würden sie eine große Baustelle besichtigen. Allerdings wird hier offensichtlich seit Jahren nicht mehr gebaut, und so ist es auch nicht verwunderlich, dass nirgendwo ein Bauarbeiter, dafür aber viel Dreck und Bauschutt zu sehen ist. „Das sieht hier schon seit Jahren so aus“, weiß Walter aus Köln, der ebenfalls im Bus sitzt und schon ewig zum Tauchen hierher kommt.

Große Rohbauten zeugen von einer einst regen Bautätigkeit, die aus welchen Gründen auch immer, abrupt beendet worden ist. Für die meisten Urlauber ist der Anblick eher abschreckend als einladend, und der Eindruck verbessert sich auch nicht, als die Gruppe den Busbahnhof in Hurghada erreicht und den rund dreistündigen Aufenthalt beginnt.

Das vermeintliche Highlight gleich vorweg: Genau gegenüber vom Busbahnhof befindet sich ein großes Einkaufszentrum, das allerdings nur zu einem Viertel mit Ramsch-Läden gefüllt ist. Warum die Reisegruppe ausgerechnet an diesen Ort in Hurghada gefahren wurde, bleibt das Geheimnis der Veranstalter. Ansonsten bietet die Stadt in diesem Teil nicht mehr als der Stadtrand: Schmutz, leere Rohbauten und pausenlos hupende Taxis.

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Viele Bauten am Stadtrand von Hurghada sind Ruinen. (Fotos: Jörg Baldin)

Die Makadi Bay ist ein ideales Gebiet zum Schnorcheln

Während ein Teil der Gruppe vergeblich versucht, etwas Schönes zu entdecken, nehmen einige ein Taxi, um nach „Downtown“ von Hurghada gebracht zu werden oder zurück ins Hotel. Für 100 Ägyptische Pfund findet Walter einen Taxifahrer, der ihn zum Hotel bringt. Hier schwanken die Preise zwischen 350 und 100 Pfund, die natürlich verhandelbar sind. Vom Taxifahrer erfährt er, dass das reizvolle Hurghada eher in der Altstadt, also in „Downtown“, zu finden ist. Aus dieser Perspektive stellt sich die Frage, warum Touristen gerade hier abgesetzt werden. Nach einem kurzen Zwischenstopp des Taxifahrers irgendwo in der Stadt geht es dann zurück auf die Straße Richtung Makadi Bay.

Als Fazit für diese Reise fällt Walters Entscheidung leicht: „Um Urlaub am Meer zu machen und Sonne zu tanken, ist die Makadi Bay in Ägypten derzeit relativ günstig und angemessen – für mehr allerdings nicht.“

Abenteuerliche Taxifahrten in Hurghada

In Hurghada musst du kein Taxi suchen, das Taxi findet dich! Wer am Straßenrand steht oder geht, wird ununterbrochen angehupt oder von Taxifahrern gerufen. Handeln ist oberstes Gebot, aber Vorsicht ist ebenfalls geboten: Oft tauschen unseriöse Taxifahrer beim Bezahlen größere Geldscheine heimlich in kleinere Noten um, und bevor sich die Fahrgäste versehen, wird unter lautem Geschrei die angeblich fehlende Summe des vereinbarten Geldes verlangt. Dadurch wird die Fahrt deutlich teurer als ursprünglich ausgehandelt.

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Jörg Baldin
Jörg Baldinhttps://www.travelmagz.de
Jörg Baldin, Chefredakteur und Gründer vom Reisemagazin TRAVELMAGZ (powered by Breitengrad53), hat 2011 seine wahre Berufung gefunden: Urlaub machen und darüber schreiben! Seitdem hängt er ständig am Flughafen ab, packt seinen Koffer in Rekordzeit und erkundet die Welt. Ob am Strand, im Wald oder auf dem Berg - Jörg fühlt sich überall zu Hause. Kein Wunder, dass er immer eine Extra-Portion Sonnencreme dabei hat, um die schönsten Sonnenuntergänge am Strand zu genießen. Wenn es nach ihm geht, könnte die Welt ruhig noch ein paar mehr Strände vertragen - denn für Jörg gibt es nichts Besseres, als den Sand zwischen den Zehen zu spüren und den Wind um die Nase wehen zu lassen.