Montag, März 4, 2024
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Madeira – Zwischen Sonne, Feenwald und Weihnachten

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Es weihnachtet sehr auf der Insel Madeira, der schwimmenden Blumeninsel im Atlantik, dem Felsen im Meer. Im Dezember locken die milden Temperaturen zwischen 18 und 22 Grad Celsius Besucher selbst zur Weihnachtszeit auf die sonnige Insel. Die Vulkaninsel mit ihren rund 260.000 Einwohnern liegt etwa 700 Kilometer westlich von Marokko und 400 Kilometer nördlich der Kanarischen Inseln.

Über drei Millionen Lichter zur Weihnachtszeit

Bereits ab Oktober kann man das geschäftige Treiben zur weihnachtlichen Vorbereitung beobachten, denn hier werden über drei Millionen Lichter angebracht: Lichterketten um Bäume und Palmen gewickelt, Weihnachtsbäume aufgestellt und neben Krippen (Lapinhas) und überdimensionalen Adventskränzen auch Weihnachtsskulpturen in Parks und auf Grünflächen drapiert.

Pünktlich am 1. Dezember wird die magische Zeit der Feste eingeläutet. Auf der gesamten Atlantikinsel blinkt und funkelt es, und das Weihnachtskleid der Straßen, wie die Madeirenser so schön sagen, wird festlich über die Straßen gelegt. Besonders rekordverdächtig funkelt es jedoch in Funchal, der Hauptstadt der portugiesischen Blumeninsel. Doch passt die blumige Insel neben sonnigen Urlaubsaktivitäten auch zum weihnachtlichen Flair?

Bem-vindo à Madeira!

Ankunft am Cristiano Ronaldo Airport, 25 Kilometer östlich der Hauptstadt Funchal. Der Flughafen direkt am Meer ist mit einem Terminal, 16 Boarding-Gates und 40 Check-in-Schaltern recht überschaubar, doch der Landeanflug über dem Meer, unmittelbar an einem Steilküstenhang, sorgt für den ersten Nervenkitzel. Doch es bleibt keine Zeit zum Verschnaufen. Der rote Jeep von „Discovery Island Madeira“ wartet bereits für die On- und Offroad-Tour, die mich zu den spektakulärsten Aussichtspunkten quer durch die Insel führen wird, die gerade einmal 22 Kilometer breit und 57 Kilometer lang ist.

Der leuchtend rote Geländewagen von 'Discovery Island Madeira' steht schon bereit für das Abenteuer auf und abseits der Straße. Diese Tour führt zu atemberaubenden Aussichtspunkten über die ganze Insel, die kompakt und malerisch ist, mit nur 22 Kilometern in der Breite und 57 Kilometern in der Länge. (Fotos: Mi Hae Lee)
Der leuchtend rote Geländewagen von ‚Discovery Island Madeira‘ steht schon bereit für das Abenteuer auf und abseits der Straße. Diese Tour führt zu atemberaubenden Aussichtspunkten über die ganze Insel, die kompakt und malerisch ist, mit nur 22 Kilometern in der Breite und 57 Kilometern in der Länge. (Fotos: Mi Hae Lee)

Nach zahlreichen Stopps an beeindruckenden Tälern und Schluchten, Aussichtspunkten und Wasserfällen gelangen wir zum berühmten Lorbeerwald. Mit 22.000 Hektar ist es das größte Naturschutzgebiet mit der meisten Tier- und Pflanzenvielfalt und wurde 1999 von der UNESCO als Weltnaturerbe anerkannt. Im Gebiet Fanal im Nordwesten der Insel ist der Feenwald ein Teil des Lorbeerwaldes, dem Laurisilva. In einem alten Vulkankrater gelegen, wird er von geheimnisvollem Nebel durchzogen.

Feenwald klingt mystisch und Lorbeeren verbinde ich mit Weihnachtsbraten. Ob hier die erste Weihnachtsstimmung aufkommt? Zeitweise wird der Feenwald auch Geister- oder Elfenwald genannt und fast erwartet man hinter den Jahrhunderte alten Bäumen einen Weihnachtself hervorlugen – doch bei dem sonnigen Wetter heute leider weder Nebel, Elf noch Weihnachtsflair. Interessant zumindest, dass Madeira vor mehreren Jahrhunderten nahezu von Bäumen bedeckt war und der Name Madeira „Insel des Holzes“ bedeutet – Madeira heißt im Portugiesischen „Holz“. Heutzutage bedecken noch rund 20 Prozent der Lorbeerwälder die Insel.

Im Nordwesten vom Madeira, im Bereich von Fanal, findet man den Feenwald, der einen Teil des Lorbeerwaldes Laurisilva darstellt.
Im Nordwesten vom Madeira, im Bereich von Fanal, findet man den Feenwald, der einen Teil des Lorbeerwaldes Laurisilva darstellt.

Ich verlasse den mystischen Wald und steige in der Altstadt in die Seilbahn. Von Funchal bis zur Station Monte sind es genau 3.173 Meter mit einem Höhenunterschied von 560 Metern. Die Fahrt dauert gemächliche 15 Minuten – genug Zeit, die phänomenale Aussicht über Funchal zu genießen. Zumindest entdecke ich steile Hänge, übersät mit den roten Blättern des Weihnachtssterns. Wirkt weihnachtlich, auch wenn die Pflanze hier ganzjährig wie Unkraut wuchert.

Erlebnis Seilbahn: Von Funchal bis zur Station Monte beträgt die Entfernung 3.173 Meter mit einem Höhenunterschied von 560 Metern. Die Fahrt dauert entspannte 15 Minuten – ausreichend Zeit, um die phänomenale Aussicht über Funchal zu genießen.
Erlebnis Seilbahn: Von Funchal bis zur Station Monte beträgt die Entfernung 3.173 Meter mit einem Höhenunterschied von 560 Metern. Die Fahrt dauert entspannte 15 Minuten – ausreichend Zeit, um die phänomenale Aussicht über Funchal zu genießen.

Die Seilbahnfahrt endet unmittelbar vor dem Eingang des Monte Palace Tropical Garden – dem tropischen Garten auf Madeira. Schlagartig finde ich mich inmitten eines kontrastreichen Parks mit Einflüssen der Portugiesen im Orient, tropischen Pflanzen und Tieren wieder. Seit 1991 ist dieses tropisch anmutende Naturparadies mit einer Größe von über 70.000 Quadratmetern zugänglich.

José Berardo brachte seine Designinspiration aus seinen China- und Japanreisen mit und säumte den Park mit buddhistischen Tempeln und Nachbildungen asiatischer Gärten. Entlang steiler Pfade finden sich Becken mit schlängelnden Koi-Karpfen aus Ostasien neben imposanten Wasserfällen. Anmutig tanzen Schwäne im Wasser, und auch Flamingos stolzieren durch den Park. Weihnachten finde ich hier zwar nicht, aber zumindest habe ich Buddhas Bauch gestreichelt, was ja bekanntlich Glück bringen soll.

Eine Portion „Carne de Vinha d’alhos“ bitte!

Weihnachten geht bekanntlich durch den Magen, weswegen ich mich nun kulinarisch durch die Straßen von Funchal schlemme. Diese typisch madeirensische Köstlichkeit, „Carne de Vinha d’alhos“, ist Schweinefleisch, das in Wein und Knoblauch eingelegt wurde. Dazu gibt es das traditionelle Brot, genannt „Bolo do Caco“, das häufig mit Süßkartoffelmehl, Wasser und Salz hergestellt und in einer Steinpfanne gebacken wird. Das dickere Fladenbrot wird in der portugiesischen Küche aufgeschnitten, mit Knoblauchbutter bestrichen oder mit Fleisch oder Käse gefüllt.

Die „Food on Foot Tour“, angeführt von Renke Olieslagers, erscheint mir in diesem Zusammenhang genau richtig. Neben angesagten Foodstops weiß sie eine Menge über die weihnachtlichen Traditionen der Madeirenser zu berichten. „Rund 93 Prozent der Bevölkerung sind hier katholisch. Die Gottesdienstbesuche beginnen am 16. Dezember gegen fünf Uhr früh und gehen über neun Tage – symbolisch für die Monate der Schwangerschaft der Jungfrau Maria. Im Anschluss wird immer gefeiert und ganz viel Schnaps getrunken. So kommen auch vermehrt junge Leute zur frühen Messe“, erzählt Renke Olieslagers schmunzelnd.

Statt Schnaps gibt es im Teehaus „Lola do Chá“ frischen Tee und Gebäck. „Wir haben auf der Insel 130 verschiedene Teesorten, sowie weihnachtliche Extras. Unsere Eigenproduktion „1419 TEA“ enthält Früchte und Kräuter von Madeira. Tee zu verschenken ist hier eine weihnachtliche Tradition“, erklärt Olieslagers. Die Teekarte enthält Kombinationen wie „Banane mit Zitronengras, Apfel, Ananas, Mango, Kokosnuss, Orange und Bambusblätter mit tropischer Note und blauer Farbe als Tribut an das Meer von Madeira“ oder „Kamille aus der Vulkanerde, Passionsfrucht und Mango mit Anti-Aging-Effekt“.

Im Teehaus "Lola do Chá" frischen Tee und Gebäck.
Im Teehaus „Lola do Chá“ gibt es frischen Tee und Gebäck.

Die Wahl fällt auf den Tee des Tages – Tropical Tea. „Maracuja ist das geheime Wahrzeichen von Madeira. Ganze acht verschiedene Sorten beherbergt die Insel, darunter unter anderem Tomaten-Maracuja, Zitronen-Maracuja oder Bananen-Maracuja“, erzählt Olieslagers eifrig.

Als gebirgige Insel vulkanischen Ursprungs ist Madeira bekannt für sein schmackhaftes Obst und Gemüse. Man nehme mildes subtropisches Klima, fruchtbare Vulkanerde, ausreichend Regen und alles gedeiht prächtig mit mehrmaliger Ernte im Jahr. Das Bewässerungssystem, die sogenannten Levadas, ein Netzwerk von Bewässerungskanälen, versorgen die ganze Insel bis in die trockensten Gebiete mit Wasser.

Die Levadas gibt es auf der Insel seit dem 15. Jahrhundert und garantieren neben der Vulkanerde die Fruchtbarkeit, auf der alles gedeiht. „Wir haben hier 16 verschiedene Bananensorten, sowie eine Vielfalt an exotischen Früchten, wie zum Beispiel Papaya, Kiwi, Mango, Surinam-Kirschen, Kaktusfeige, Passionsfrüchte, Zimtapfel, Monstera und Cherimoya. Madeira-Wein oder Likör aus diversen Früchten ist hier ebenso eine Spezialität.

Spazierweg entlang der Levadas. Das Bewässerungssystem, die sogenannten Levadas, ein Netzwerk von Bewässerungskanälen, versorgen die ganze Insel bis in die trockensten Gebiete mit Wasser.
Spazierweg entlang der Levadas. Das Bewässerungssystem, die sogenannten Levadas, ein Netzwerk von Bewässerungskanälen, versorgen die ganze Insel bis in die trockensten Gebiete mit Wasser.

Aber was wäre Weihnachten ohne knusprige Plätzchen und duftenden Kuchen? „Wir haben unseren Weihnachtskuchen ‚Bolo de Mel‘, den wir eigentlich nach EU-Bestimmungen nicht so nennen dürfen, da dieser „Honigkuchen“ gar keinen Honig enthält. Wir nennen ihn dennoch alle weiterhin so“, schmunzelt Olieslagers. Dieser wird traditionell am 8. Dezember hergestellt und so die Weihnachtszeit eingeläutet. Die Grundzutaten bestehen aus Zuckerrohrmelasse, Mehl, Eiern, Gewürzen.

Wer nicht selber backt, der stellt sich kurz vor Weihnachten am Süßwarenladen „Fábrica de Santo António“ in die meterlange Schlange, um sich mit frischem Weihnachtsgebäck und Kuchen einzudecken. 1893 wurde diese als erste Keksfabrik der Region gegründet und verkauft seit der fünften Generation madeirensisches Gebäck in Funchal. Ein Süßwarenladen mit Geschichte – selbst die Regale und Schränke sind noch wie früher. Das Familienrezept für die Herstellung des Honigkuchens bleibt jedoch vor der Öffentlichkeit wohlbehütet. Der Laden befindet sich übrigens im selben Gebäude wie die Fabrik und steht passenderweise in der Straße „Ofengasse“, wo eindrucksvoll Flammen den dortigen Asphaltboden zieren.

Fehlen kurz vor Weihnachten noch Einkäufe, sollte man sich am 23. Dezember den bekannten Nachtmarkt in der Markthalle „Mercado dos Lavradores“ nicht entgehen lassen. An zahlreichen Ständen findet man Blumen, Obst und Gemüse, sowie zahlreiche weihnachtliche Köstlichkeiten inmitten von musizierenden und tanzenden Volksgruppen. „Rund um die Zeit wird besonders viel veranstaltet und gegessen. Nach Weihnachten sind wir kaputt“, lacht Renke Olieslagers.

So langsam legt sich die Dämmerung über Funchal, und während ich mir an der Straßenecke eine dampfende Portion gebrannte Kastanien genehmige, legt sich besinnlich das leuchtende Weihnachtskleid über die Straßen. Aus dem städtischen Park erklingen Weihnachtslieder, und riesige Weihnachtsfiguren strahlen um die Wette. Als Elfen verkleidete Einheimische laufen über den Weihnachtsmarkt, und an den Ständen duftet es herrlich nach frisch gebackenem „Bolo do Caco“.

Als Elfen verkleidete Einheimische laufen über den Weihnachtsmarkt.
Als Elfen verkleidete Einheimische laufen über den Weihnachtsmarkt.

Eins darf hier auf dem Weihnachtsmarkt natürlich nicht fehlen – die Verkostung des Nationalgetränks Poncha, bestehend aus Rum, Zitronensaft und Honig. Am Ende sitze ich glückselig und vollgepackt mit Keksen und „Bolo de Mel“ im Flieger. Weihnachten zwischen Meer und Palmen ist ein Genuss für sonnenhungrige Urlauber, und mit ein wenig Glück findet man, versteckt in den Tiefen der Wälder, sogar das Dorf der Elfen… Feliz Natal!

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Tropical Garden

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Hinweis in eigener Sache: Dieser Artikel wurde teilweise von Reiseveranstaltern, Restaurants, Hotels, Fluggesellschaften und/oder Tourismusagenturen unterstützt. Wir legen größten Wert auf unabhängige und neutrale Berichterstattung; daher entsprechen die Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen der jeweiligen Autoren ihren persönlichen Ansichten.

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Mi Hae Lee
Mi Hae Lee
Mi Hae Lee ist freie Journalistin und im kreativen Medienbusiness unterwegs. Action & Abenteuer findet sie genauso spannend, wie entspanntes Relaxen am Meer. Wenn sie nicht gerade Interviews führt, ist sie auf Entdeckungsreise neuer kreativer Impulse.
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