Montag, März 4, 2024
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Havila Capella: Norwegens Küste per Postschiff erleben

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Eiskalter Wind weht mir ins Gesicht, während ich mich an der Reling festhalte und die schroffen Felswände des Geirangerfjords bewundere. Die majestätische Schönheit der norwegischen Fjorde hat mich in ihren Bann gezogen. Hier, an Bord der „ Havila Capella“, einem norwegischen Postschiff, werde ich Teil eines lange ersehnten Traums – einmal mit dem Postschiff entlang der wilden Küste Norwegens zu reisen, von Bergen bis hinauf nach Bodø, wo die Arktis beginnt. Es mag zwar eine kurze Reise sein, aber sie ist traumhaft schön!

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Die „ Havila Capella“, im Hafen von Alesund. Das Schiff gehört zur Havila Voyages-Flotte, die entlang der norwegischen Küste verkehrt und sowohl Passagiere als auch Fracht transportiert. (Fotos: Jörg Baldin)

Von Berlin über Amsterdam nach Bergen

Von Berlin aus ging es über Amsterdam nach Bergen, der zweitgrößten Stadt Norwegens und dem Tor zu den berühmten Fjorden. Der Blick aus dem Flugzeug beim Landeanflug auf Bergen war beeindruckend. Die atemberaubende Naturkulisse mit den einzelnen Inseln und der Blick auf die inzwischen beleuchtete Altstadt Bergens, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, weckte die Vorfreude auf das Kommende

Mit dem Shuttlebus ging es zum Schiff „ Havila Capella“, das im Hafen von Bergen lag. Das Schiff gehört zur Havila Voyages-Flotte, die entlang der norwegischen Küste verkehrt und sowohl Passagiere als auch Fracht transportiert. Pünktlich um 19 Uhr nahm das Schiff Kurs auf Ålesund, eine malerische Stadt an der Westküste Norwegens, die für ihre Jugendstilarchitektur und ihre Nähe zum berühmten Geirangerfjord bekannt ist. Dieser beeindruckende Fjord sollte auch unser Tageshighlight am nächsten Tag werden. Ein Ausflug zum Geirangerfjord stand auf dem Programm.

Doch bevor es soweit war, gab es im Havrand Restaurant an Bord der „ Havila Capella“ Abendessen. Das Restaurant ist von der norwegischen Küche inspiriert und bietet norwegische Fischgerichte und weitere lokale Spezialitäten. Hier können die Gäste in einer gemütlichen Atmosphäre die kulinarischen Köstlichkeiten des Landes genießen.

Eine Reise ins Herz Norwegens: Geirangerfjord im Visier

Der zweite Tag unserer Reise begann, und die Erwartungen waren groß. In der Nacht hatte das Schiff, die „ Havila Capella“, mehrere Häfen angelaufen, um Fracht und Passagiere aufzunehmen oder abzusetzen. Gegen 9:45 Uhr erreichten wir Ålesund, einen malerischen Ort, der als Ausgangspunkt für unser nächstes Abenteuer diente: eine Katamaranfahrt zum atemberaubenden Geirangerfjord.

Während der dreistündigen Fahrt entfalteten sich vor uns majestätische Felswände, die sich in schwindelerregender Höhe bis zum Himmel erstreckten. Zwischen ihnen schimmerte das dunkelblaue Wasser des Fjords. Die Naturgewalten haben hier im Laufe der Jahrtausende ein Meisterwerk geschaffen. Vereinzelt konnte man kleine Höfe und Gehöfte entdecken. Einige von ihnen sind nur über abenteuerliche Serpentinenstraßen oder schmale Pfade zu erreichen – Zeugnisse der Unbeugsamkeit und Entschlossenheit der Menschen, die in dieser unwirtlichen Region leben.

Falls es etwas gab, das die Begeisterung für diesen Ort ein wenig dämpfte, dann war es das Wetter. Ein kalter Wind wehte über das Deck des Katamarans und drang bis auf die Knochen. Dennoch war die Kälte und der Schnee nicht genug, um die Schönheit der Umgebung zu überschatten – sie verliehen der Szenerie stattdessen einen Hauch von Mystik und Wildheit.

Schließlich in Geiranger angekommen, konnte man sich der Magie des Geirangerfjords nicht entziehen. Egal wie oft man ihn gesehen oder von ihm gehört hatte, die unvergleichliche Schönheit dieser Naturkulisse berührte jeden tief im Inneren. Ein Bus brachte uns zur Aussichtsplattform „Flydalsjuvet“, von der aus man den besten Blick auf den Fjord genießt – ein Postkartenmotiv trotz grauem Wetter. In den Sommermonaten ist der Fjord voller Touristen.

Der atemberaubende Blick von der Aussichtsplattform "Flydalsjuvet" ist es, der diesen Fjord weltberühmt gemacht hat. Obwohl die Landschaft oft in Grautönen erscheint, ist sie dennoch stets beeindruckend und faszinierend.
Der atemberaubende Blick von der Aussichtsplattform „Flydalsjuvet“ ist es, der diesen Fjord weltberühmt gemacht hat. Obwohl die Landschaft jetzt in Grautönen erscheint, ist sie dennoch stets beeindruckend und faszinierend.

Ab 2026 soll ausschließlich emissionsfreies Fahren erlaubt sein. Das kommt der „Havila Capella“ und ihren Schwesterschiffen zugute, die mit Elektroantrieb betrieben werden können. Alle anderen Kreuzfahrtschiffe dürfen den Fjord dann nicht mehr befahren. Dies stellt einen positiven Schritt für die Umwelt dar, und Reiseanbieter werden sicherlich alternative Möglichkeiten finden, um Touristen zu diesem beeindruckenden Naturwunder zu bringen.

Von Trondheim bis zur Schiffsbrücke

Am dritten Tag unserer Reise an Bord der „Havila Capella“ nähern wir uns der malerischen Stadt Trondheim. Die Nacht war erneut geprägt von kurzen Stopps an verschiedenen Häfen, die der Kapitän mit beeindruckender Pünktlichkeit ansteuerte. Auch Trondheim bildet hierbei keine Ausnahme.

Nachdem das Schiff im Hafen von Trondheim anlegt, begeben wir uns zu Fuß auf eine Erkundungstour durch die Stadt. Unser erster Halt ist der beeindruckende Nidarosdom, ein majestätischer Dom, der einst eine bedeutende Pilgerstätte für die Gläubigen des Heiligen Olav war. Die faszinierende gotische Architektur und die filigranen Verzierungen der Fassade ziehen die Blicke auf sich. Die Stadt hat jedoch noch mehr zu bieten: malerische Gassen, historische Gebäude und einladende Cafés machen den Rundgang durch Trondheim zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Nach unserem Besuch in der Stadt kehren wir zurück an Bord, denn der Aufenthalt in Trondheim ist auf knapp vier Stunden begrenzt. Auf dem Schiff erwartet uns eine exklusive Führung durch den Motorenraum der „Havila Capella“. Dabei erhalten wir die seltene Gelegenheit, die beeindruckenden Antriebsaggregate und die fortschrittlichen Technologien, die dieses Schiff antreiben, aus nächster Nähe zu betrachten.

Die „Havila Capella“ fährt umweltfreundlichem Flüssigerdgas (LNG)

Die „Havila Capella“ wird hauptsächlich mit umweltfreundlichem Flüssigerdgas (LNG) betrieben und kann bei Bedarf auf Elektroantrieb umschalten. Besonders faszinierend sind die leistungsstarken Akkus, die in zwei großen Räumen untergebracht sind und für einen emissionsarmen Betrieb des Schiffes sorgen.

Während unserer Erkundung des Motorenraums erfahren wir nicht nur mehr über die technischen Details der Antriebssysteme, sondern auch über die Umweltfreundlichkeit der „Havila Capella“. Das Schiff wurde im Rahmen der Nachhaltigkeitsinitiative der Reederei entwickelt, um den ökologischen Fußabdruck der Schifffahrt zu reduzieren. Ein weiterer interessanter Aspekt ist das innovative Energieoptimierungssystem, das den Energieverbrauch des Schiffes kontinuierlich überwacht und anpasst, um maximale Effizienz zu gewährleisten. Insgesamt erhalten wir einen faszinierenden Einblick in die moderne Schifffahrtstechnologie und die Bemühungen der Branche, umweltfreundlichere Lösungen zu finden und umzusetzen.

 

Ein weiterer Höhepunkt des Tages war der Besuch der modernen Brücke des Schiffs. Hier trafen wir auf den Kapitän und die Schiffsoffiziere, die uns einen kleinen Einblick in die faszinierende Welt der Navigation und Steuerung eines solch hochmodernen Schiffes gewährten. Mit all ihren technischen Raffinessen und hochauflösenden Displays ähnelte die Brücke eher dem Cockpit eines Raumschiffs als dem Steuerhaus eines herkömmlichen Schiffes.

Abschied von der „Havila Capella“ am Polarkreis

Der letzte Tag unserer Reise brach an und begann mit einem besonderen Erlebnis: der Überquerung des Polarkreises. Pünktlich um 9 Uhr morgens erreichten wir die geografische Linie, die den Polarkreis markiert, und wurden sofort von einer spürbaren Veränderung in der Atmosphäre begrüßt. Der Wind wurde kälter und die Luft klarer.

Havila Capella
Pünktlich um 9 Uhr morgens erreicht die „Havila Capella“ die geografische Linie, die den Polarkreis markiert, und wir werden unmittelbar von einer spürbaren Veränderung in der Atmosphäre empfangen.

Für diesen besonderen Moment hatte sich die Crew eine „Polartaufe“ ausgedacht, die eine Mischung aus traditionellem Brauchtum und scherzhafter Einlage darstellt. Nur wenige mutige Passagiere entschieden sich, das eiskalte Wasser auf sich zu nehmen – zur Freude der anderen Gäste, die solidarisch innerlich mitfroren. Kurze Zeit später trafen wir in Bodø ein und von Bord der „Havila Capella“ ging es mit dem Taxi direkt zum Flughafen. Abschied nehmen von der atemberaubenden Landschaft Norwegens und zurück ins regnerische Berlin, das im Gegensatz zur Klarheit des Polarkreises mit seiner urbanen Hektik wartet.

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Hinweis in eigener Sache: Dieser Artikel wurde teilweise von Reiseveranstaltern, Restaurants, Hotels, Fluggesellschaften und/oder Tourismusagenturen unterstützt. Wir legen größten Wert auf unabhängige und neutrale Berichterstattung; daher entsprechen die Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen der jeweiligen Autoren ihren persönlichen Ansichten.

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Jörg Baldin
Jörg Baldinhttps://www.travelmagz.de
Jörg Baldin, Chefredakteur und Gründer vom Reisemagazin TRAVELMAGZ (powered by Breitengrad53), hat 2011 seine wahre Berufung gefunden: Urlaub machen und darüber schreiben! Seitdem hängt er ständig am Flughafen ab, packt seinen Koffer in Rekordzeit und erkundet die Welt. Ob am Strand, im Wald oder auf dem Berg - Jörg fühlt sich überall zu Hause. Kein Wunder, dass er immer eine Extra-Portion Sonnencreme dabei hat, um die schönsten Sonnenuntergänge am Strand zu genießen. Wenn es nach ihm geht, könnte die Welt ruhig noch ein paar mehr Strände vertragen - denn für Jörg gibt es nichts Besseres, als den Sand zwischen den Zehen zu spüren und den Wind um die Nase wehen zu lassen.
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