Montag, März 4, 2024
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StartNaher & Mittlerer OstenAbu DhabiEine Metropole zwischen Wüstensand und Meer

Eine Metropole zwischen Wüstensand und Meer

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Vor vierzig Jahren wurden vereinzelt Nomadenstämme zwischen dem Arabischen Golf und der Wüste Rub Al Khali entdeckt. Die Bewohner lebten in einfachen Unterkünften, die weder über Kanalisation noch Elektrizität verfügten. Bis in die 1960er Jahre wurde Geld hauptsächlich durch Fischfang, Perlentauchen und Dattelanbau verdient. Nur vier Jahrzehnte später hat sich das Leben in Abu Dhabi jedoch dramatisch gewandelt: Die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) setzt in vielen Bereichen neue Maßstäbe für Luxus. Reichtum ist hier mittlerweile so weit verbreitet wie Sand in der Wüste.

Das ist Abu Dhabi

Abu Dhabi ist eine der reichsten Städte der Welt. Und wo Geld ist, da wird nicht gespart. Waren es zur Zeit des „Wilden Westens“ die Goldgräberstädte, die schneller als normal wuchsen, so war es im Fall von Abu Dhabi nicht Gold sondern Erdöl, also flüssiges Gold. Die Stadt wurde zu Beginn der 70er-Jahre nach einem schachbrettartigem Masterplan für 600.000 Einwohner ausgebaut. Eine unvorstellbare hohe Zahl an Einwohnern damals, doch nur 20 Jahre später war die Stadt schon zu klein.

Da Geld in vielen Punkten keine Rolle spielt, wurden künstliche Inseln geschaffen, auf denen Häuser gebaut werden konnten. Scheich Zayed Bin Sultan al-Nahyan ließ 100 Millionen Bäume und 47 Millionen Palmen pflanzen. Eine Stadt auf Sand ist nicht wirklich komfortabel und modern. Und so könnte das wertvollste Gut in der Stadt bald Wasser heißen. Immerhin verbraucht ein Einwohner im Durchschnitt 550 Liter Wasser pro Tag. In Deutschland sind es 125 Liter. Aber auch hier hilft die Technik: Über 150 Entsalzungsanlagen sorgen für Trinkwasser in dem Emirat. Bis 2030 will Abu Dhabi bis auf drei Millionen Einwohner wachsen. Phantasie und Reichtum kennt dabei keine Grenzen.

Und so baut man in Abu Dhabi immer luxuriöser, immer höher, immer schöner. Dabei wirkt das höchste Gebäude der Stadt, der „Burj Mohammed Bin Rashid Tower“, mit 381 Metern eher mickrig im Gegensatz zum „Burj Khalifa“ in der Nachbarstadt Dubai mit seinen 839 Metern Höhe und ist damit auch nur auf Platz 26 der größten Gebäude der Welt gelistet. Dennoch trägt der Wolkenkratzer in Dubai den Namen von Scheich Chalifa bin Zayid Al Nahyan aus Abu Dhabi, der mit einer kräftigen Finanzspritze dafür gesorgt hat, dass der „Burj Khalifa“ überhaupt fertig gestellt werden konnte.

Abu Dhabi’s kulturelles Highlight: Scheich-Zayid-Moschee

Überhaupt nicht hoch, dafür sehr beeindruckend ist die Scheich-Zayid-Moschee, in der über 40.000 Gläubige Platz haben. Sie gehört zu den größten Moscheen der Welt. 80 Kuppeln, fast 1.000 Säulen, riesige Kronleuchter aus 24 Karat Gold, der Größte wiegt 12 Tonnen, und der größte handgeknüpfte Teppich der Welt sind für Besucher aller Religionen in der Moschee zu sehen. Das rund 545 Millionen US$ teure Bauwerk wurde von Emir Zayid bin Sultan Al Nahyan geplant, der die Eröffnung im Ramadan 2007 nicht mehr miterlebt hat. Seine Beerdigung war die erste abgehaltene Zeremonie der Moschee, die sich 2004 noch im Bau befand. An seinem Grab werden seitdem rund um die Uhr Verse aus dem Koran gelesen.

Scheich Zayid war laut Forbes Magazin einer der reichsten Männer der Welt, der etwa 20 Milliarden Dollar besaß. Sein Reichtum ist vor allem durch die Ölmassen der VAE entstanden. Er war der Emir von Abu Dhabi und bis zu seinem Tod der erste Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Zayid gilt als Vater der Unabhängigkeit im Jahr 1971 und als Gründer der VAE. Scheich Zayid war tief entschlossen, die Emirate zu einer Föderation zu verbinden. Scheich Zayid galt als liberaler Herrscher und erlaubte den Untertanen viele Dinge, die den anderen arabischen Staaten oftmals ein Dorn im Auge war. Wie wichtig Zayid für die VAE war, zeigt, mit welchen Maßnahmen das Land nach seinem Tod getrauert hat: Es wurde eine dreitägige Staatstrauer für die Bürger angeordnet, staatliche Stellen ruhten acht Tage. Die Flaggen im Land wurden 40 Tage auf Halbmast geflaggt und die Radiosender spielten 20 Tage leichte klassische Musik und Koranverse.

Etihad Towers sind besonderes Wahrzeichen von Abu Dhabi

Fast so beeindruckend, nur viel luxuriöser und neuer sind die Etihad Towers, die zu den besonderen Wahrzeichen Abu Dhabis gehören. Dieser Bau besteht aus fünf Türmen und umfasst drei Wohntürme sowie den 280m hohen Turm, in dem das 5-Sterne-Hotel Jumeirah at Etihad Towers untergebracht ist. Ein Hotel der absoluten Spitzenklasse mit allem, was man sich als Hotelgast vorstellen kann. Direktor des Luxushotels ist Stefan Fuchs aus Deutschland, der in dem Hotel schon das Who-ist-Who der Promiszene begrüßen konnte. Kein Wunder, denn dort ist auch die Avenue at Etihad Towers zu finden, die teuerste und exklusivste Einkaufsstraße der Welt. Wer genug Geld hat, der kann dort in luxuriösen Privaträumen einkaufen.

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Etihad Towers sind besonderes Wahrzeichen von Abu Dhabi (Alle Fotos: Jörg Baldin)

Segeln mit einer „Volvo 60 Ocean Race Yacht“

Wer es lieber luftiger und sportlicher mag, der kann mit einer „Volvo 60 Ocean Race Yacht“ in den Sonnenuntergang segeln, natürlich mit dem obligatorischem Glas Champagner an Bord. Das Schiff liegt am Steg des Hotels und wird von einem Weltklasseteam gesegelt. Skipper ist Philippe Falle, ein preisgekrönter Regattensegler, der auch ungeübte Gäste das Millionen-Schiff steuern lässt. Vom Wasser aus kann man die beeindruckende Skyline von Abu Dhabi sehen.

Mitten in der Wüste: Arabian Nights Village

Wer es etwas wärmer und trockener mag, der kann mit dem Auto in die größte Sandwüste der Welt fahren: „Rub Al Khali“. Nur rund eine Autostunde von Abu Dhabi entfernt, verschwinden nach und nach Bäume und Grünpflanzen. Roter Sand prägt das Landschaftsbild der Wüste, in der bis zu 300 Meter hohe Dünen und jede Menge Kamele zu finden sind. Wer etwas tiefer in die Wüste fährt, der vermutet zunächst eine Fata Morgana. Es handelt sich jedoch um das Resort „Arabian Nights Village“, das sich jede Menge Programm für die Gäste hat einfallen lassen. So gibt es die traditionellen Aktivitäten wie das Reiten auf einem Kamel oder Hennabemalung für die Frauen.

Aber auch Jeep- oder Quadtouren durch die Wüste sowie Sandsurfen stehen auf dem Programm. Wenn es dunkel wird, können die Besucher bei traditionellem Essen den klaren Sternenhimmel genießen und der Bauchtänzerin zusehen, die zu arabischer Musik zeigt, dass auch alleine tanzen gut aussehen kann. Wer mag, der kann die Nacht in der Wüste verbringen. Das Resort verfügt über kleine, landestypische Bungalows, die das Wüstenerlebnis vollenden.

Spaß und Motorsport auf Yas-Island

Yas ist eine der größeren natürlichen Inseln von Abu Dhabi, die mit einem Budget von rund 40 Milliarden Dollar grundlegend verändert und um knapp 25 Quadratkilometer vergrößert wurde. Auf der Insel Yas sind Wohnkomplexe mit Villen, Einzelhäusern und Apartmenthäusern sowie rund 20 Hotels entstanden. Ein Freizeitkomplex mit drei Themenparks (unter anderem die Ferarri-World) sowie Sport- und Hafenanlagen. Besonders bekannt ist die Motorsportrennstrecke (Yas Marina Circuit) auf der der Große Preis von Abu Dhabi in der Formel 1 gefahren wird. Thematisch dazu passt die Ferrari-World auf Yas. Auf 25 Hektar Gesamtfläche (8 Hektar davon sind überdacht (Weltrekord)) können die Besucher 20 Attraktionen ausprobieren, die sich ums schnelle Autofahren drehen. Yas ist quasi das Spieleparadies für große Kinder.

Ein Stück Geschichte in Abu Dhabi: Pearl Journeys

Wer auf der Suche nach historischen Punkten in Abu Dhabi ist, der wird in den meisten Fällen enttäuscht sein. Die Stadt ist – ähnlich wie Dubai – noch jung und viel zu schnell gewachsen. Da bis zum Öl Perlen das wichtigste Gut in dem Land waren, können Besucher sogenannte Pearl Journeys machen, auf denen die Lebens- und Arbeitsweise der Perlentaucher erklärt werden. Die Tour startet in einem traditionellen Dhow, einem Holzboot mit Teppich und Kissen, auf denen man während der Fahrt sitzt und – versorgt mit arabischen Kaffee und Datteln – den Erzählungen der Bootsführer folgt. So erfährt man, dass die Perlentaucher bis zu 100 mal pro Tag ohne Sauerstoff bis zu 30 Meter tief tauchen mussten, um die Austern zu finden. Diese enorme körperliche Belastung durch Druckausgleich, Salzwasser und Stress führten oft zu Lungenproblemen und frühen Toden. Perlentaucher wurden in der Regel nicht alt. Die heutigen Perlen werden überwiegend aus der Zucht geerntet. Auf der Tour mit dem Dhow können Gäste das Knacken der Austern selbst probieren. Wer Glück hat, der kann die Perle behalten.

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Hinweis in eigener Sache: Dieser Artikel wurde teilweise von Reiseveranstaltern, Restaurants, Hotels, Fluggesellschaften und/oder Tourismusagenturen unterstützt. Wir legen größten Wert auf unabhängige und neutrale Berichterstattung; daher entsprechen die Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen der jeweiligen Autoren ihren persönlichen Ansichten.

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Jörg Baldin
Jörg Baldinhttps://www.travelmagz.de
Jörg Baldin, Chefredakteur und Gründer vom Reisemagazin TRAVELMAGZ (powered by Breitengrad53), hat 2011 seine wahre Berufung gefunden: Urlaub machen und darüber schreiben! Seitdem hängt er ständig am Flughafen ab, packt seinen Koffer in Rekordzeit und erkundet die Welt. Ob am Strand, im Wald oder auf dem Berg - Jörg fühlt sich überall zu Hause. Kein Wunder, dass er immer eine Extra-Portion Sonnencreme dabei hat, um die schönsten Sonnenuntergänge am Strand zu genießen. Wenn es nach ihm geht, könnte die Welt ruhig noch ein paar mehr Strände vertragen - denn für Jörg gibt es nichts Besseres, als den Sand zwischen den Zehen zu spüren und den Wind um die Nase wehen zu lassen.
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